
Roberto Abbate
Roberto Abbate bezeichnet sich als Winzer aus Passion. Seine Familie baut am Ätna seit Generationen Zitrusfrüchte an, Roberto hat sich auf alte, Slowfood-zertifizierte Sorten spezialisiert.
Cornas ist für mich aktuell die interessanteste Appellationen der Nordrhône und ist dabei, aus dem Schatten des großen Nachbarns Hermitage zu treten. Vielleicht hat die Nordrhone von den höheren Temperaturen in Folge des Klimawandels profitiert. Präsentierten sich die Weine aus Cornas vor einigen Jahren noch mit etwas grobschrötigen Tannin, so führte die veränderte Balance und Konzentration Franck Balthazar zu einem längerem Ausbau von 18-24 Monaten, was sich beachtlich in der Tanninqualität niederschlägt. Der unverkennbare wilde Charakter ist dennoch geblieben. Die hochwertigsten Lagen von Cornas liegen in einem zusammenhängenden Band im Norden der Appellation (Chaillot, La Côte, Geynale, Reynard), hier findet man sehr alten Rebbestand und stark verwitterten Granit, wie er auch im Hermitage am Bessards vorkommt. Die Topologie ist sehr steil und kleinteilig, mit vielen Kleinstterrassen, die Einsäumung durch Wald und kühle Täler erklärt die Kombination von südlicher Wärme und Frische, die man in den Weinen findet.
Cornas hat eine starke lokale Tradition mit vielen kleinen Betrieben (130 der ca. 600 Einwohner Cornas sind Winzer), von denen viele in regem Austausch stehen oder gar zusammenarbeiten. Jährliche Verkostungen wie etwa der Salon des Vins de Tain l’Hermitage, bei denen sich fast alle Winzer mit ihren Weinen dem Vergleich stellen, dienen dem Austausch und tragen zur Wahrung der lokale Identität bei.
Auch die stetige Ankunft junger Winzer macht die Appellation dynamisch, ein ganz anderes Bild als etwa im Hermitage, der von einigen wenigen Großproduzenten dominiert wird.
Eine Besonderheit (und Differenz zum Burgund) ist das Primat von Verschnitten, getragen von der Idee, dass sich die Struktur der kargen, skelettreichen Lagen und der Körper der lehmhaltigeren Lagen am Fusse des Berges komplettieren.
Interessanterweise gibt es an der Nordrhône außerhalb der Côte-Rôtie nur eine Handvoll echter Lagencuvées, die auch nur in den allerbesten Jahren aus den kärgsten Lagen gekeltert werden und oft schlanker sind als die Hauptcuvée (Chave Cuvée Cathelin, Allemand Sans Soufre, Gonon Vielles Vignes). Entgegen dem Namen sind Allemands Reynard und Chaillot nicht Lagencuvées, sondern durch das Rebalter definiert.
Die Basis von Francks Balthazars unablässigem Aufstieg an die Spitze der Appellation ist harte Arbeit und Geschick.
Ich verfolge Franck und die kontinuierliche stilistische Verfeinerung seiner Weine seit dem 2010er Jahrgang. Franck bearbeitet seine steilen Rebberge biologisch mit manueller Bodenbearbeitung (per Pflug und Hacke) – man sieht ihm die harte physische Arbeit zusehends an. Seinen Betrieb startete er mit beschränkten Mitteln, die uralte hydraulische Korbpresse ist noch ein Zeichen der Anfänge, dürfte aber mit ihrer sanften Extraktion einen Beitrag zur besonderen Tanninqualität leisten. Aus dem mittelalterlichen Gewölbekeller neben der Kirche ist er mittlerweile in einen funktionellen Bau umgezogen, dem Esprit des anfänglichen Minimalismus im Keller ist er dabei treu geblieben.
Es ist eine Arbeit a l’ancienne: Spontangärung mit Ganztrauben, kein Neuholz, Ausbau in großen Holzfässern von 600 l, sogenannten Demi-muids, geringe Schwefelung, keine Schönung oder Filtration. Die völlige Abwesenheit önologischer Segnungen verbunden mit einem intuitiven, autodidaktischen Zugang erklärt vielleicht, warum ich seine Weine gerne als „frei“ beschreibe. Besonders ab dem 2015er ging es qualitativ nochmal einen Schritt nach oben. Der 2018er Chaillot schliesst für uns beispielsweise an die Qualität von Thierry Allemands Chaillot an und dürfte damit an der Spitze der Appellation stehen. Franck dekliniert seine Cornas in drei Cuvées: Chaillot vereint die alten Reben aus Chaillot (1914) und Mazards (1959/61), Cuvée Casimir die Frucht der jungen Reben (2003-2007) am Fuße von Chaillot mit denen aus Mazards vom mittleren Hang mit höherem Lehmanteil. Letztere Cuvée gibt es auch völlig ohne (zugesetzten) Schwefel ausgebaut als Cuvée Sans Soufre. Diese Cuvée ist von Anfang an zugänglich und besitzt einen schönen Fruchtausdruck. Ich bevorzuge dennoch die klassische Variante, da meine Proben mich zu der Annahme brachten, dass das Tannin bei minimal zugeseztem Schwefel besser integriert ist.

Roberto Abbate bezeichnet sich als Winzer aus Passion. Seine Familie baut am Ätna seit Generationen Zitrusfrüchte an, Roberto hat sich auf alte, Slowfood-zertifizierte Sorten spezialisiert.


Weine, die extrem beeindrucken.
Grossartige Neuentdeckungen.
Pures Terroir am Gaumen.
Geborene Speisebegleiter.
Danke für Ihre Anfrage!